Die Bowen Technik ist eine sehr sanfte Methode der Körperarbeit, die vor allem die Muskulatur und das Bindegewebe (Faszien) positiv beeinflusst. Das Charakteristische an einer Bowen Behandlung ist, dass sie aus einer Reihe von präzisen, genau definierten Griffen besteht, die an bestimmten Stellen des Körpers - entweder direkt auf der Haut oder durch leichte Bekleidung - ausgeführt wird. Ich verwende dabei Finger und Daumen für eben diese Griffe über Muskeln, Sehnen, Gelenke, Faszien und manchmal auch direkt über Nerven.
Nach einer Folge von mehreren Griffen, wird eine Pause von zwei oder mehr Minuten gemacht, um dem Körper Zeit zu geben, die gesetzten Heiungsreize zu verarbeiten und bestmöglichst daraus zu profitieren.
Die Behandlung führt zu einem tiefen Gefühl der Entspannung. Sie bringt den Organismus wieder ins Gleichgewicht und erinnert ihn an seine Selbstheilungskräfte. Sie ist so angenehm und sanft und manchmal schlafen meine Kunden sogar dabei ein.
Die Methode wurde Mitte des 19 Jhdts vom Australier Tom Bowen entwickelt. Er war fasziniert davon, Menschen zu beobachten, wie sie sich bewegten, wie sie gingen und wie sie saßen. Er hat ihre Körperhaltung genau studiert und wie sich diese auf Beschwerden und Schmerzen auswirkten. Er zog bemerkenswerte Schlüsse bis hin zum ursprünglichen Grund der Schmerzen. Tom Bowen war davon überzeugt, dass Funktionsstörungen im Körper aus Störungen im Gewebe resultieren, sodass die Lebensenergie nicht richtig fließen kann und die Selbstheilungskräfte versagen. Diese Erkenntnis veranlasste ihn, die Bowen Technik zu entwickeln, die imstande ist, mit minimalen Impulsen den Energiefluß im Körper anzuregen und die körpereigenen Ressourcen zur Selbstheilung zu aktivieren.
Wie funktioniert die Bowen Technik?
Unser Körper ist ein selbst regulierendes Wunderwerk !
Über hoch sensible Steuerungseinrichtungen, Rückkopplungs- und Regelmechanismen versucht er ständig, physiologische Funktionen einander anzugleichen und diesen Zustand möglichst konstant zu halten. Die Medizin nennt das "Selbstregulation". Die meisten systemoptimierenden Heilungsvorgänge finden zeitlebens unbewusst statt.
Beispiel: jede Wunde heilt von selbst, solange keine Störungen da sind. Der Körper weiß, wie er neue Hautzellen bildet, wir er bei Verletzungen schmerzstillende Hormone ausschüttet, Bakterien abwehrt, sodass die Wunde von selbst heilt.
Auf die Bowen Technik übertragen heißt das soviel, wie, solange keine Störungen da sind, reguliert der Körper selber, weiß er immer, was er zu tun hat, um im Gleichgewicht zu bleiben. Aus dem Gleichgewicht geraten kann der Körper dann, wenn Stress, Operationen, Schonhaltungen und Überforderung die Selbstheilungskräfte schwächen. Spätestens dann sind wir bemüht, unser natürliches, inneres Gleichgewicht möglichst rasch wieder herzustellen. Die Bowen Technik unterstützt bei der Selbstregulierung der Gesundheit. Sie gibt Impulse für die Selbstheilung an die Muskulatur und Faszien ab.
Die Muskulatur nimmt 50% des Körpers ein, ca. 640 Muskeln haben wir und wenn wir sie ordentlich nutzen, dann ist die Muskulatur der größte Energieverbraucher. Ohne Muskeln würde der Organismus nicht funktionieren. Sie stützen und bewegen unser Skelett und sind an zahlreichen Funktionen innerhalb des Körpers beteiligt (vom Schlucken über das Atmen bis hin zur Verteilung des Blutes).
In chronisch verspannten Muskeln ist viel Energie gebunden und geht dort verloren. Ein Körper mit chronisch verspannten Muskeln wirkt ungefähr so, wie wenn man ein Auto mit angezogener Handbremse fährt. Das kostet viel Energie, führt zu Erschöpfung und macht auch für Krankheiten anfälliger. Damit unser Muskelsystem so gut funktioniert und die einzelnen Muskeln auch zusammenspielen können, haben wir Faszien. Wenn wir innerlich gelassen sind, senkt sich die Faszienspannung. Auch hier gilt: durch Stress, Operationen, Schonhaltung, Bewegungsmangel und den falschen Gebrauch unseres Körper (u.a. Büroarbeit, sitzende Tätigkeit) verkürzen, verhärten bzw. verkleben die Faszien. Sie verlieren an Gleitfähigkeit und daraus resultierend grenzt sich der Bewegungsspielraum unserer Muskeln und Gelenke ein, oft dauerhaft und vor allem schmerzhaft.
Dadurch, dass alle Faszien miteinander verbunden sind (kommunizieren im gesamten Organismus) kann es sein, dass sich Spannungen und Unbeweglichkeit auf andere Bereiche des Körpers übertragen. So kann z.B. eine verkürzte oder verklebte Wadenfaszie über die Beine nach oben einen Zug auf den unteren Rücken, ja sogar auf die Schulter ausüben und dort für Schmerzen und Einschränkungen sorgen.
Wer profitiert von der Bowen Technik?
Viele Menschen können von der Bowen Technik profitieren. Da die Behandlungsmethode sehr sanft ist und nur kleine, aber höchst wirkungsvolle Körperimpulse setzt, kann sie sowohl an Schwangeren, Säuglingen, Kleinkindern bis hin zu älteren Menschen angewendet werden kann.
Die Bowen Technik entspannt den Körper, das Muskel- und Skelettsystem erlangen wieder eine bessere Beweglichkeit, der Blutkreislauf und das Lymphsystem wird sanft angekurbelt, die Nährstoffaufnahme wird verbessert, die Sauerstoffaufnahme wird positiv beeinflußt ebenso der Abtransport von Schlackenstoffen aus dem Bindegewebe.
Folgende Bereiche können durch die Bowen Technik unterstützt werden:
- der Bewegungsapparat
- die inneren Organe
- das Herz-Kreislauf System
- das Nervenssytem
- der gesamte Körper während der Schwangerschaft
- Babys ( Kolliken, Geburtstrauma )
